Menz, C. , Schwarzmüller, H. , Seis, W. (2013): RIKO-1 Synthesebericht.

Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH

Zusammenfassung

Das vorliegende Dokument ist als zusammenfassender Synthesebericht des Forschungsprojektes RIKO-1 konzipiert und ergänzt die fünf Teilberichte zu den Arbeitspaketen aus RIKO-1 mit einer versuchsübergreifenden Betrachtung, Diskussion der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Risikominimierung. Ausgehend von den in den Teilberichten dokumentierten Recherchen und Versuchen werden dazu in Kapitel 2 zunächst der Kenntnisstand zu Beginn des Projektes zusammengefasst und ein Überblick über die Untersuchungen gegeben. Kapitel 3 unterzieht die Brunnen einer Gefährdungsanalyse und beschreibt mögliche Eintragspfade und Einflussfaktoren mit einer Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeiten. Die vorliegenden Daten werden in Kapitel 4 dann in eine Risikoanalyse überführt und auf Basis der Priorisierung der Gefährdungsereignisse Maßnahmen zur Minimierung von Befunden empfohlen. Indikatorkeime, ihre Überwachung sowie der Stand von Forschung und Entwicklung neuer (molekularbiologischer) Methoden zur Analyse und Früherkennung bzw. Möglichkeiten der Online-Überwachung werden im Teilbericht "Mikrobiologische Methoden: Stand der Technik" von O. Thronicker behandelt. Die deskriptive Datenanalyse vorliegender Befunddaten hinsichtlich möglicher Zusammenhänge mit bestimmten Brunneneigenschaften, insbesondere Lage, Baumerkmalen und Betriebsparametern wurde im Teilbericht "Deskriptive Datenanalyse" zusammengefasst. Die Feldversuche im Rahmen der Einzelbrunnenuntersuchung SPAsued10, die Markierungsversuche an zwei Brunnen im Wasserwerk Jungfernheide sowie die Sediment- und Wasserbeprobungen an einer Transekte entlang des Fließpfades des Uferfiltrats von der Havel zur Galerie Tiefwerder-Schildhorn sind in den entsprechenden Teilberichten dokumentiert. Die Teilberichte beschreiben jeweils die Ausgangslage zu Versuchsbeginn, die Methodik und Ergebnisse und enthalten eine ausführliche Diskussion und Schlussfolgerungen aus den Versuchen. Der hier vorliegende Synthesebericht greift die einzelnen Versuche und Ergebnisse in der Beschreibung des Kenntnisstandes nach dem Konzept eines Water Safety Plans (WSP, WHO 2009) auf. WSPs auf Wasserwerksebene wurden bislang von den BWB für sechs der neun aktiven Wasserwerke im Entwurf erstellt. Sie fokussieren auf die Aufbereitungsschritte vom Rohwasser zum Reinwasser. In RIKO-1 sollte ergänzend vor allem der Einzelbrunnen betrachtet werden. Die Risikobewertung bezieht sich daher auf die Wassergewinnung, d.h. den Weg des Wassers vom zur Uferfiltration genutzten Oberflächengewässer bis zum Eintritt des Rohwassers in die Sammelleitung. Die davor (Ressourcenschutz) und danach (Rohwasseraufbereitung) liegenden Teile des teilgeschlossenen Wasserkreislaufs werden nicht behandelt. Die ganzheitliche Betrachtung und Entwicklung eines WSPs für den gesamten Berliner Wasserkreislaufs ist Ziel im Projekt ASKURIS. Als weitere Grundlagen der Arbeiten in RIKO-1 und der zusammenfassenden Betrachtung im vorliegenden Bericht dienten u.a. das Wasserversorgungskonzept 2040 (Möller & Burgschweiger 2008), eine Fallstudie der Befunde 2003-2007 in WELLMA-1 (Gräber 2009, unveröffentlicht) sowie Forschungsarbeiten aus NASRI und IC-NASRI (Lopez-Pila & Szewzyk 2006; u.a.). Alle geplanten Untersuchungen und Zwischenergebnisse wurden regelmäßig im Projektteam diskutiert (vgl. Besprechungsprotokolle) und daraus folgend ggf. Maßnahmen zur direkten Umsetzung abgeleitet oder Versuchskonzepte angepasst. Ein Verzeichnis der in Ergänzung zum Synthesebericht vorliegenden Berichte und Protokolle, auf die im Weiteren verwiesen wird, findet sich in Anhang 1.

Steinhöfel, G. (2012): Tracerversuch zum Nachweis von Undichtigkeiten am Beispiel eines Vertikalfilterbrunnens des Wasserwerks Jungfernheide (Berlin)..

Bachelor Thesis. Lehrstuhl für Umweltgeologie. Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg

Zusammenfassung

Im Sommer 2011 kam es in Berlin zu überdurchschnittlichen Regenfällen von mehr als 200 Litern je Quadratmeter. Die Vervierfachung des durchschnittlichen Monatsniederschlages führte neben einer Erhöhung des Wasserpegels umliegender Gewässer zu einer Sättigung des Bodens mit Wasser. Es bestand die Annahme, dass durch die beschleunigte Versickerung oberflächennahen Wassers ein unerwünscht starker mikrobieller Eintrag in das Rohwasser von einzelnen Brunnen der BWB stattfand. Entscheidend bei der Betrachtung des vertikalen Transportes von pathogenen Keimen im Sickerwasser im direkten Brunnenumfeld war die Frage der minimalen Fließzeit bis zum Erreichen der Filteroberkante (FOK) des Brunnens. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung von unerwünschten Wasserzutritten entlang der Ausbaumaterialien eines Vertikalfilterbrunnens mit Tonsperre auf dem Gelände des WW Jungfernheide der BWB. Anhand von Feldversuchen, insbesondere durch den Markierungsversuch mit dem löslichen fluoreszierenden Farbtracer Uranin, sollte der ausgewählte Testbrunnen auf mögliche Kurzschlüsse an Abdichtungsvorrichtungen überprüft werden. Die Quantifizierung der Fließzeit und der Vergleich von Brunnen wurde nicht angestrebt. Es wurde lediglich bewertet, ob die Fließzeit eher im Bereich weniger Tage (Schutzfunktion fehlt) oder sich im Bereich mehrerer Wochen (Schutzfunktion vorhanden) befand. In Vorbereitung auf den Markierungsversuch mit dem Fluoreszenzfarbstoff Uranin wurden zur Bestimmung der potentiellen Versickerungsleistung innerhalb der Brunnenstube und im direkten Brunnenumfeld gezielte Vorversuche vorgenommen. Dabei wurden zum einen innerhalb der Brunnenstube potentielle Undichtigkeiten an den Brunnenkomponenten überprüft, zum anderen mit Hilfe eines provisorisch errichteten Ringinfiltrometers außerhalb des Brunnenbauwerks das Infiltrationsverhalten der Grundwasserüberdeckung erfasst. Unter Berücksichtigung einer berechneten minimal kritischen Infiltrationszeit wurde durch die Simulation eines kontinuierlichen Starkregenereignisses innerhalb von 10 Tagen der Markierungsversuch durchgeführt. Aus den gewonnenen Messergebnissen des Markierungsversuches konnte in erster Linie geschlussfolgert werden, dass es im Bereich entlang des Ausbaumaterials des Testbrunnens keine Umläufigkeiten an der Ringraumverfüllung gab und folglich eine intakte Schutzfunktion der Abdichtungsvorrichtung gegenüber schnell infiltrierendem Wasser vorhanden ist. Auch innerhalb der Brunnenstube konnte infolge der Vorversuche eine Dichtigkeit aller Komponenten nachgewiesen werden. Aufgrund einer unabsehbaren technisch bedingten Messunterbrechung während des Markierungsversuches wurde vereinbart einen zweiten Markierungsversuch zur Überprüfung der Richtigkeit durchzuführen. Da es sich bei den absolvierten Versuchen noch um unerprobte Verfahren zum phänomenologischen Nachweis von Kurzschlüssen an Vertikalfilterbrunnen der BWB handelt, ist bei einer entsprechenden Verbesserung der Methodik sowie in Betracht der schnellen und kostengünstigen Durchführung eine weitere Anwendung an Brunnen der BWB empfehlenswert.

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