Auf dem Weg zu einer schadstofffreien Kreislaufwirtschaft

KWB erfolgreich beim EU-Green-Deal-Projekt PROMISCES

Das Ziel einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft erfordert einen konstruktiven Dialog und zielgerichtete Maßnahmen zahlreicher Akteur:innen. Eine besondere Herausforderung für die Kreislaufwirtschaft sind sogenannte “forever chemicals” wie Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS), da sie besonders persistent, mobil und toxisch (PM(T)) sind. PFAS sind für ihre öl- und wasserabweisenden Eigenschaften bekannt und werden in zahlreichen Produkten verwendet, unter anderem in Kleidung, Pfannen und Kochtöpfen, Kosmetika, Lebensmittelverpackungen, Outdoor-Bekleidung und Feuerlöschschäumen. Andere industrielle Chemikalien (iPM(T)s) weisen ähnliche Probleme auf. Zur Überwindung dieser Herausforderungen sollen im Rahmen des EU Green Deal und des sogenannten Circular Economy Action Plan Strategien entwickelt sowie die Evolution der Kreislaufwirtschaft vorangetrieben werden. Hier betritt PROMISCES die Arena, ein großes EU-Green-Deal-Projekt, bei dem das KWB eine wesentliche Rolle einnehmen wird.

Innovative Lösungen zur Schadstoffentfernung aus unserer Umwelt

Im Projekt PROMISCES werden neue analytische und toxikologische Werkzeuge entwickelt, um Informationen über die Kontamination mit PFAS und anderen iPM(T)-Verbindungen in komplexen Umweltmedien zu erhalten. Fünf spezifische Kreislaufwirtschafts-Routen werden untersucht, darunter (i) halbgeschlossene Wasserkreisläufe für die Trinkwasserversorgung, (ii) die Wiederverwendung von Abwasser für die Bewässerung in der Landwirtschaft, (iii) die Nährstoffrückgewinnung aus Klärschlamm, (iv) die Materialrückgewinnung aus ausgebaggerten Sedimenten und (v) die Bodensanierung zur sicheren Wiederverwendung in städtischen Gebieten.

Ein Team aus 27 Partnereinrichtungen und Unternehmen unter der Leitung des französischen Instituts für Geowissenschaften (BRGM) wird diese Kreislaufwirtschafts-Routen in sieben Fallstudien in Spanien, Frankreich, Italien, Bulgarien, Deutschland und im Donaueinzugsgebiet zwischen Wien und Budapest untersuchen.

Das von KWB geleitete Arbeitspaket wird sich auf Lösungen für schadstofffreie Wasserkreisläufe konzentrieren, einschließlich sekundärer Abwässer aus kommunalen und industriellen Kläranlagen, Klärschlamm, Deponiesickerwasser und Trinkwasser. An der Fallstudie in Berlin wird eine eng zusammenarbeitende Expertengruppe teilnehmen, zu der die Berliner Wasserbetriebe, das Umweltbundesamt und die Bundesanstalt für Gewässerkunde gehören. Diese Partnerinstitutionen werden das Vorhandensein von PFAS und iPM(T)s analysieren und ein Vorgehen zur toxikologischen Bewertung von PFAS und anderen iPM(T)s im halbgeschlossenen städtischen Wasserkreislauf Berlins entwickeln. Das KWB wird auch den Verbleib und den Transport von PFAS und iPM(T)s im Oberflächen- und Grundwasser erfassen und modellieren, wobei der Schwerpunkt auf der Quantifizierung von Chemikalien im Regenwasserabfluss sowie auf der Lokalisierung von indirekten Einleitungen von Schadstoffen liegen wird. Darüber hinaus wird das KWB Risikobewertungen für die menschliche Gesundheit für Trinkwasser und Grundwasser durchführen, um die Auswirkungen von Korrekturmaßnahmen zu bewerten. Dazu gehört auch eine verbesserte Berücksichtigung von Unsicherheiten im Risikomanagement.

Empfehlungen für die Umsetzung politischer Maßnahmen

Neben der Entwicklung und Demonstration kosteneffizienter und nachhaltiger Technologien zur Beseitigung von PFAS und iPM(T)s werden durch die Ergebnisse von PROMISCES Leitlinien für den Umgang diesen Stoffgruppen entwickelt. Das Projekt wird Empfehlungen für eine verbesserte Umsetzung von EU-Politik, -Strategien und -Richtlinien aussprechen. Somit wird ein Rahmen für die Entscheidungsfindung entwickelt, der die Rückgewinnung von Ressourcen und die Wiederverwendung von Wasser berücksichtigt und Entscheidungen zum Chemikalienmanagement in Bezug auf

  • Interessengruppen und gesellschaftliche Anforderungen,
  • chemische Eigenschaften von PFAS und iPM(T)-Stoffen,
  • technische Lösungen, die industrielle Verschmutzung verhindern oder mindern,
  • den gesamten Lebenszyklus aktueller und künftiger Chemikalien

unterstützt.

Dreieinhalb Jahre Innovation, ab November 2021

Ab dem 1. November 2021 und für eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren wird PROMISCES die Öffentlichkeit über seine Ergebnisse und Erfolge über seine Social-Media-Kanäle auf dem Laufenden halten. Folgen Sie uns!