Integriertes Monitoring von Mischwassereinleitungen in die Berliner Stadt Spree

Auftaktveranstaltung des Vorhabens MIA-CSO am 20. April 2010 Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin-Charlottenburg

Bei starken Regenfällen läuft ein Gemisch aus Regenwasser und Abwasser, so genanntes Mischwasser, an ca. 100 Stellen aus der Kanalisation direkt in die Gewässer. Trotz einer Vielzahl von bereits umgesetzten und noch geplanten kostenintensiven Rückhaltemaßnahmen lassen sich solche „Entlastungen“ der Kanalisation nicht vollständig vermeiden und stellen daher eine Belastung für die Berliner Innenstadtgewässer dar. Die Konzeption und Realisation von Rückhaltemaßnahmen sind eine besondere Herausforderung für das Wassermanagement, da Mischwasserkanäle sehr unstet mit großen Schwankungen hinsichtlich Wassermenge als auch Wasserqualität belastet werden.

Im Kern stellt sich die Frage: Wo liegt das gesellschaftlich getragene Optimum zwischen ökonomischem Aufwand zur Mischwasser-bewirtschaftung und ökologischen wie auch nutzungsseitigen Anforderungen.

Ein Projektkonsortium aus KWB, den Berliner Wasserbetrieben, der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Veolia wollen solche Fragestellungen jetzt modellhaft an einem großen Mischwasserkanal in Charlottenburg untersuchen. Mehrere Online-Sensoren werden den Kanal zwei Jahre lang kontinuierlich hinsichtlich unterschiedlicher Wasserqualitätsparameter und Durchflussmengen überwachen. Darüber hinaus werden direkt unterhalb der Einleitstelle im Gewässer zusätzliche Sonden installiert, die Aufschluss über die biologische Wirkung von Mischwasserüberläufen im Gewässer geben sollen. Das gesamte Messprogramm soll einen substanziellen Beitrag zur differenzierten Bewertung der Auswirkungen von Mischwasserüberläufen auf die Gewässerqualität liefern und ist damit eine wichtige Grundlage für die weitere Planung der Bewirtschaftung von Mischwasserkanälen.

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