TRACE – Persistente organische Spurenstoffe in Oberflächengewässern

Trinkwasserrelevante organische Spurenstoffe - Elimination durch Uferfiltration

Persistente organische Spurenstoffe gelangen über Kläranlagen oder diffuse Einträge in Oberflächengewässer, wo sie – im Falle einer direkten oder indirekten Nutzung als Trinkwasserresource – ein potentielles Risiko für die Trinkwasserversorgung darstellen können. Faktoren, die das Ausmaß des Risikos beeinflussen sind z.B.: Produktions- bzw. Einsatzmengen, Löslichkeit, Abbaubarkeit, Sorptionsverhalten und Toxizität der Substanz und ihrer Metabolite.

Bekannte organische Spurenstoffe, bei denen das Risiko für die Trinkwassergewinnung mittels Uferfiltration im Berliner Raum noch nicht hinreichend geklärt ist bzw. für die übertragbare Eliminationsraten fehlen sind z.B. Komplexbildner, perfluorierte Tenside (PFTs bzw. PFCs: Perfluorinated Compounds) und die beiden Pestizide Glyphosat und Isoproturon.

  • Das als hochpersistenter Komplexbildner bekannte EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) wurde in den vergangenen Jahren in der Industrie zunehmend durch andere Substanzen wie DTPA (Diethyltriaminpentaessigsäure) oder PDTA (Propylendiamintrtraessigsäure) ersetzt, deren Auftreten im Berliner Raum und Persistenz in der Umwelt bislang nur lückenhaft beschrieben wurden.
  • Perfluorierte Tenside (PFTs) werden vielfach zur Oberflächenbehandlung von Textilien verwendet (z.B. in Imprägniersprays) sowie Feuerlöschschaum zugesetzt und können weltweit im aquatischen Milieu wie auch in Biota nachgewiesen werden. Für die bislang bekanntesten Vertreter – PFOA (Perfluoroktansäure) und PFOS (Perfluoroktansulfonat) – wurde eine hohe Mobilität nachgewiesen, sie werden jedoch zunehmend durch kürzer-kettige PFTs ersetzt.
  • Glyphosat und Isoproturon gehören zu den weltweit am weitesten verbreiteten Pestiziden. Die Relevanz für Berlin ergibt sich daraus, dass beide in brandenburgischen Gewässern nachgewiesen werden konnten und auch in Haus- und Kleingärten zum Einsatz kommen.

Ziel

Das Ziel des Projektes ist es abzuschätzen, welches potientielle Risiko sich aus dem Auftreten von Komplexbildnern, ausgewählten Pestiziden und PFTs in Oberflächengewässern für die Trinkwasserversorgung durch Uferfiltration und künstlicher Grundwasseranreicherung ergibt.

Finanzierung