SEMA – Berlin

Test und Auswahl eines Modellansatzes für die Unterstützung der Planung von Kanalinspektions- und Sanierungsstrategien

Mehrere Studien zur Entwicklung der Infrastruktur in Deutschland zeigen, dass die derzeitigen Investitionen nicht ausreichen, um die fortschreitende Alterung der Wasser- und Abwassersysteme aufzuhalten. Zur Ermittlung des Zustands der Kanäle werden vor allem Kamerabefahrungen genutzt. Zur langfristigen Festlegung von Asset-Management-Strategien sind solche Inspektionsdaten allerdings unzureichend, da nur eine Momentaufnahme des Kanalzustandes zum Zeitpunkt der Inspektion beschrieben wird.

Für die Prognose der zukünftigen Entwicklung eines Kanalsystems auf der Grundlage aktueller und früherer Inspektionen, wurden Alterungsmodelle entwickelt. Mit diesen Modellen kann der Zustand nicht inspizierter Haltungen simuliert und die zukünftige Entwicklung des Systemzustandes prognostiziert werden. Die Ergebnisse können zur Festlegung von Kanalinspektionen und kostenwirksamen Sanierungsstrategien genutzt werden.

Bisher werden die verfügbaren Modellansätze kaum von Kommunen verwendet, da noch nicht belegt werden konnte, dass die Modelle den zukünftigen Zustand von Kanälen tatsächlich zufriedenstellend prognostizieren können. Im Rahmen des KWB-Projektes SEMA (2012-2015) konnte diese Lücke geschlossen werden. Basierend auf einem umfassenden Inspektionsdatensatz der Stadt Braunschweig wurde gezeigt, dass die Modelle in der Lage sind, die Zustandsverteilung des Systems relativ genau wiederzugeben.

Im Rahmen von SEMA-Berlin sollen diese Ergebnisse mit lokalen Daten verifiziert werden. Im Anschluss an eine detaillierte Analyse des Kanalzustands und der maßgeblichen Einflussfaktoren, werden mehrere statistische und datengetriebene Modelle getestet und hinsichtlich ihrer Prognosequalität bewertet, ein wichtiger Schritt für den weiteren Einsatz von Kanalalterungsmodellen in Berlin.

Finanzierung

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