SEMA – Asset Management von Abwasserkanälen

Alterungsmodelle für das Asset Management von Abwasserkanälen

Für Abwasserdienstleister und Gemeinden gewinnt das Asset Management zunehmend an Bedeutung. In den letzten 30 Jahren haben die meisten Städte in die Erweiterung von Abwassersystemen und Klärwerks-modernisierung investiert, jedoch ist nur ein geringer Anteil der Gelder in die Verbesserung des Erhaltungszustandes der Kanalisation geflossen. Es werden neue Instrumente zur Entwicklung langfristiger und kostengünstiger Strategien benötigt, um der allgemeinen Abnutzung der Abwasseranlagen entgegenzuwirken, Umweltschäden einzugrenzen, die Sanierungskosten zu bewältigen und Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Fehlende Informationen über den Erhaltungszustand von Abwasseranlagen erschweren die Festlegung von Strategien zu deren nachhaltiger Sanierung und Überprüfung. Aus diesem Grund sind Alterungsmodelle für Abwassersysteme entwickelt worden, um (i) den Erhaltungszustand von ungeprüften Anlagen zu simulieren und (ii) die Zustandsentwicklung dieser Anlagen entsprechend ihres aktuellen und bisherigen Erhaltungszustandes zu prognostizieren. Die Simulationsergebnisse können von Anlagenbetreibern zur Entwicklung von kostengünstigen Überprüfungs- und Sanierungsplänen genutzt werden. Für die Zuverlässigkeit von Alterungsmodellen ist jedoch von Bedeutung, wie genau diese den künftigen Erhaltungszustand der Abwasseranlage tatsächlich prognostizieren können. Hier besteht noch Forschungsbedarf.

Ziel von SEMA ist es

  • zu prüfen, inwieweit verfügbare Kanalalterungsmodelle geeignet sind, die Entwicklung des Zustands von Abwassersystemen zu prognostizieren und
  • die relevanten technischen Vorgaben und Eingabedaten dieser Kanalalterungsmodelle im Hinblick auf eine optimale Anwendung zu identifizieren.

In enger Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro 3S Consult GmbH (3SC) werden Kanalalterungsmodelle in Braunschweig und Montbéliard eingesetzt, wobei unter Verwendung verschiedener Konfigurationen und Eingabedaten die Präzision und Anfälligkeit dieser Modelle untersucht werden.

Auf der Grundlage der Projektergebnisse soll in einer zweiten Projektphase (SEMA2) die Sachdienlichkeit von Kanalalterungsmodellen evaluiert werden, um die Definition von Überprüfungs- und Sanierungsstrategien zu ermöglichen.

Finanzierung

Aktuelle Beiträge

  • 42. Berliner Wasserwerkstatt

    13. Juli 2017 17:00 - 19:00 Uhr

    am 13. Juli 2017 zu Gast beim  CINIQ-Center des Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Präsentationen:Neue Verfahren der Bildverarbeitung – auch zur Erfassung von Schäden in  Abwasserkanälen? Prof. Dr.-Ing. Peter Eisert, Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik/Heinrich-Hertz-Institut, Berlin Automatische Zustandsanalyse von Abwasserkanälen durch virtuelle Begehung –…